Asal Dardan mit „Traumaland“ – Deutsche Erinnerungskultur? | Lesung und Gespräch
Donnerstag, 29.01.2026, 19:00 Uhr. Eine Spurensuche in die deutsche Vergangenheit und Gegenwart
Erinnerungskultur muss mehr sein als Kränze niederlegen und Reden halten, sagt die Journalistin Eva Marburg. Wie aber kann sie aussehen? Die Autorin Asal Dardan erkundet die Gewaltgeschichte Deutschlands – und wie sie in der Gedenkkultur nachwirkt.
In ihrem Buch „Traumaland“ begibt sich die iranisch-stämmige Autorin auf die Suche nach den Spuren der Gewalt in Deutschlands Vergangenheit und Gegenwart – in Städten wie Berlin, Köln, Dessau oder Hoyerswerda. Sie besuchte Orte der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, aber auch Standorte, die nach 1945 Schauplätze rechtsextremistischer Gewalt wurden.
International gesehen gilt Deutschland wohl als vorbildlich, was die Aufarbeitung seiner Nazi-Vergangenheit und das Gedenken an die Opfer angeht. Aber was ist mit den rassistischen Taten von heute? Asal Dardan befasst sich intensiv mit der deutschen Erinnerungskultur. Und sie fragt: Was wird da erinnert? Und warum wird zugleich so vieles vergessen oder gar verdrängt?
Die Autorin zeigt, warum ausgerechnet der hochgelobte deutsche Erinnerungsdiskurs die Opfer von heute zugleich abweist und ausgrenzt. Sie plädiert für ein gemeinsames Erinnern, in dem die historisch verschiedenen Gewalterfahrungen Berücksichtigung finden. Asal Dardans Buch ist ein Appell an die Solidarität jenseits aller Identitäten.
Erinnern heißt, Gerechtigkeit herzustellen.

Asal Dardan, geboren 1978 in Teheran, aufgewachsen in Köln, Bonn und Aberdeen, studierte in Deutschland und Schweden Kulturwissenschaften und Nahoststudien. Für ihre Essays wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Sie beschäftigen sich mit Themen wie Herkunft, Ausgrenzung, Rassismus und rechtsextremer Gewalt.
Eintritt: 8 € | Kartenverkauf in der Bibliothek
Reservierungen sind unter 03371 40 33 möglich
Eine Veranstaltung in Kooperation mit Phronesis Diskurswerkstatt, unterstützt vom Förderverein der Bibliothek
Förderer: Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

