Die Entscheidung ist gefallen: Shida Bazyar erhält den Deutschen Buchpreis 2026

Am 05.10.2026 fand die Preisverleihung des diesjährigen Deutschen Buchpreises statt. Wer wollte, konnte per Livestream von zu Hause dabei sein. Die Spannung hätte nicht größer sein können. Am Ende durfte die Autorin Shida Bazyar auf die Bühne kommen und für ihren Roman „Die Lücken“ den Preis entgegennehmen.

Die Begründung der Jury:

Heimisch in Heimesbach – kann man das sein? Der Roman „Die Lücken“ von Shida Bazyar reflektiert anhand einzelner Figurenschicksale fast 100 Jahre ambivalenten deutschen Lebens. Es waren Nachbarn, die zusahen, wie jüdische Menschen aus den Straßen verschwanden. Es sind Nachbarn, die Entscheidungen treffen, ob Menschen mit

Migrationsgeschichte sich zu Hause fühlen. Die Autorin wählt überzeugende literarische Strategien: Der Blick einer toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes ermöglichen es, zwischen den Zeiten zu springen sowie Nähe und Distanz zu erzeugen. Auch die enge Verbindung von fiktiven und dokumentarischen Elementen, von erfundenen und historischen Figuren, die selbst eine Stimme bekommen, erzeugen den starken Nachhall des Textes. Ein Roman gegen Gleichgültigkeit. (Quelle: Pressemitteilung vom 05.10.2026)

Auf der Shortlist und für die Auszeichnung waren außerdem nominiert:

  • Franziska Gänsler: Orca (Kein & Aber, August 2026)
  • Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle (S. Fischer, August 2026)
  • Elias Hirschl: Schleifen (Paul Zsolnay, Januar 2026)
  • Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens (Galiani Berlin, Februar 2026)
  • Dana Vowinckel: Anton und Alma (Suhrkamp, September 2026)

Jedes Jahr begleiten wir den Prozess und stellen Ihnen alle 20 nominierten Romane zur Ausleihe zur Verfügung. Inzwischen sind alle Titel eingetroffen und katalogisiert. Sollte Ihr Wunschtitel gerade ausgeliehen sein, können Sie gern eine Vorbestellung auslösen.

Shida Bazyer © Linda Deutsch